Donnerstag, 23. November 2017

Buchempfehlung: "Alles über Heather" von Matthew Weiner

Ein kleines psychologisches Meisterwerk: 
Mark und Karen Breakstone leben in New York und haben eine Tochter - Heather. Während Mark an seiner Karriere arbeitet, dreht sich Karens Leben seit der Geburt ihrer Tochter nur noch um sie, dieses besondere Kind, das alle mit seiner Art in den Bann zieht.

"(Karen) erklärte Mark, sie wolle kein zweites Kind. Es wäre Heather gegenüber unfair. Tatsächlich hatte Karen schon im Augenblick der Geburt gewusst, dass sie Heather so lange wie irgend möglich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und Fürsorge schenken würde. Da die Kleine kein gewöhnliches Kind war, grübelte Karen auch nie, ob sie mit Heather möglicherweise nur ihr fehlendes Interesse an einer beruflichen Karriere oder ihre Abhängigkeit von Marks Erfolg rechtfertigen wollte. Hätte Karen eine solche Ausstrahlung und solch einen Zauber wie Heather besessen, wäre ihr Mutter vielleicht nicht wieder an die Uni gegangen."

Dieses innige Verhältnis zwischen Mutter und Tochter findet ein jähes Ende, als die Pubertät mit aller Macht zuschlägt. Karen fühlt sich betrogen und verlassen, dass ihre Tochter sich nunmehr besser mit ihrem Vater versteht, tut sein übriges. Und wäre das noch nicht genug, so erscheint plötzlich Bobby Klasky auf der Bühne, ein Arbeiter, schon früh straffällig geworden und mit einem ganz besonderen Interesse an ihrem wertvollsten Besitz. 
Und das Unheil nimmt seinen Lauf ...

"Auf seinem hohen Aussichtsposten nahm Bobby an einem späten Nachmittag zu ersten Mal den Hauch eines Duftes wahr, bei dem ihm der Kaffee aus der Hand fiel und er tief einatmen musste. Nase und Lungen füllten sich mit einer Mixtur aus Zigaretten, Seife und Blut, die wie in einer Explosion von einem hochgewachsenen, schlanken Mädchen aufstieg, das in sein Handy sprach; Rauch umkringelte das schulterlange hellbraune Haar, als ob es in Flammen stünde. Für jemand anderen wäre in diesem Moment vielleicht die Zeit stehen geblieben, aber Bobby besaß keine Vorstellung von Zeit, deshalb waren die Dinge für ihn entweder interessant oder langweilig, und wenn es um Menschen ging, bedrohlich oder erregend."

Brilliant geschrieben, fast ohne Dialoge beschreibt Weiner (der übrigens die Drehbücher zu "Mad Men" und "Die Sopranos" geschrieben hat) wie das Böse dieses Idyll bedroht und die Menschen zum Äußersten treibt. Die Übersetzung von Bernhard Robben tut ihr übriges, dass man dieses schmale Buch von nur knapp 130 Seiten mit einem leisen Grauen liest bis zum bitteren Ende.

LG von Caro

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Montag, 20. November 2017

Stoffmarktbeute

Gestern war in Hamburg endlich wieder Stoffmarkt. Leider war es voll kalt, regnerisch und ungemütlich, aber das hat mich natürlich nicht davon abgehalten, trotzdem mein Glück zu suchen. Zum ersten Mal bin ich allerdings nicht an meinem "Lieblingsstand" mit den Coupons fündig geworden, irgendwie war das alles nicht das, was ich suchte.
Mit nach Hause sind aber diese Stoffe gekommen:

die oberen sind Jersey und werden wohl zu Frau Aikos, darunter ist ein toller schwarzer Wollstoff mit weißen Streifen (der wird der nächste Mantel, hatte ich ja schon angekündigt) und dann kommen drei Sweats, die alle wohl Amy werden. Vor allem den blauen finde ich ja super und glaube aber, da muss dann noch irgendwas drauf, ein großer Patch, was Geplottetes, auf jeden Fall etwas Buntes.

Einen tollen Sart in die Woche und LG von Caro

Donnerstag, 16. November 2017

Buchempfehlung: "Und es schmilzt" von Lize Spit

Ein Buch voller Gewalt: "Und es schmilzt" von Lize Spit*:

Puh, kein leichter Stoff, den sich die junge Schriftstellerin Lize Spit für ihren ersten Roman ausgesucht hat. Dabei ist das Buch kein Thriller, sondern eher ein psychologisches Familiendrama. Und nach der Lesung letzte Woche in der Lieblingsbuchhandlung "Lüders" noch immer unwirklich, wie eine so nette und sympathische Person so eine Geschichte in sich tragen konnte.

Eva, die Hauptfigur, wächst in einem kleinen Dorf auf. Zusammen mit ihr werden in diesem Jahr nur noch zwei weitere Kinder geboren: Pim und Laurens. In Rückschauen der jetzt erwachsenen Eva, die auf dem Weg in ihr Heimatdorf ist, erfahren wir nach und nach, warum sie dorthin nie zurück kehren wollte und was dort im Jahre 2002 geschehen ist.Und je mehr man über das Leben dort erfährt, je mehr einem klar wird, dass Evas Eltern Alkoholiker sind, die Schwester an einer Zwangsstörung leidet oder die Freundschaft zwischen Pim, Laurens und Eva in eine Richtung steuert, die nur grausam und brutal enden kann, desto mehr schnürt sich einem das Herz zu und desto lieber möchte man wegschauen und nicht weiterlesen, was Menschen anderen antun können. Doch Lize Spit schreibt in einem so fesselnden Stil, dass selbst ich, die eigentlich ganz andere Genre liest, das Buch kaum aus der Hand legen konnte, es sei denn um kurz durchzuatmen und zu gucken, ob draußen die Sonne noch scheint.

"Ich sitze an diesem Tisch genau dort, wo Mama immer saß. Stundenlang konnte sie vor sich hin starren, ohne wirklich zu sehen, was sich im Garten abspielte. Menschen, die starren, sollten den Blick besser auf die Innenseite ihres Schädels richten. Dieser Stuhl war für sie der Platz, um im Geiste durchzugehen, was alles nicht geklappt hatte: der Sandkasten, den es nie gegeben hatte, die Windeln, die nicht an der Wäscheleine gelandet waren, die Zwillinge, die sie nicht auf dem Bulksteeg zur Schule gebracht hatte, die Mutter, die sie nicht geworden war."

Wer also mal erfahren will, wie einen ein Buch an die Grenze des Erträglichen bringt, der traue sich an dieses.

LG von Caro

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Dienstag, 14. November 2017

Auf die Ohren: Unter meinem Bett 3

Endlich ist sie da: 
die neue CD "Unter meinem Bett 3"* und ich kann euch verraten, sie ist genauso großartig wie die Vorgänger.
Dieses Mal mit von der Partie sind zB Sven Van Thom, der so wunderbaren deutschen Gitarrenpop-singt, Maxim, Klee oder Clueso. Aber besonders gefällt dem kleinsten Mitbewohner und mir "Lass mich (nicht) allein" von Doktor Renz von Fettes Brot, "Planet" von Deniz Jaspersen (von der Band Herrenmagazin) und unangefochten auf Platz 1 ist "Ich kann stehen" von Tex (dem Gründer und Moderator von TV Noir). Kurz gesagt: die CD läuft bei uns in Dauerschleife und nicht nur, wenn ein Kind in der Nähe ist. Sehr empfehlen kann ich auch die Konzerte (in Berlin und Hamburg), moderiert vom wunderbaren Bernd Begemann und seiner Tochter. Und spätestens, nachdem letztes Jahr Bela B. und Das Bo nur ein paar Meter von uns entfernt auf ihre Auftritte warteten, war klar, dass wir auch dieses Jahr unbedingt wieder dort hin müssen. Zum Glück müssen wir nicht mehr so lange warten!

LG von Caro

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Sonntag, 12. November 2017

12 von 12 - November 2017

Guten Morgen!
 Mein derzeitiges Lieblingsmotto aus meinem Lieblingsbuch 2017:
"Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky*

Gefühstück habe ich heute anlässlich des Geburtstages einer Freundin im Mokis Goodies.
Sehr lecker, sehr gesund, sehr viel.


Freitag, 10. November 2017

Auf Herz und Nieren geprüft: die Fitnessarmbänder von Fitbit

Bereits seit fast einem Jahr bei mir in Gebrauch - die Fitnessarmbänder von Fitbit:

Ende letzten Jahres war ich auf der Suche nach einem Fitnesstracker, der mir auf einfache Art und Weise zeigen sollte, wieviel bzw. wie wenig ich mich tatsächlich am Tag bewege. Wie so oft wusste ich genau was ich NICHT will, nämlich ein teures, viel zu großes klobiges Ding an meinem Handgelenk, was viel Geld kostet, mich auch noch stresst mit Benachrichtigungen über Emails, Anrufe oder Termine, täglich aufgeladen werden muss und trotzdem nicht wasserdicht ist. Nach einem langen Beratungsgespräch im Technikkauffhaus war relativ schnell klar, die günstige Alternative ist das Flex 2 der Firma Fitbit*. Puristisch durch lediglich vier Leuchtdioden, die die tägliche Schrittzahl messen, hat man es schnell im Laufe des Tages vergessen, so angenehm trägt es sich. Mehr als leuchten kann es auch nicht, wobei doch: es vibriert, wenn man sein Fitnessziel erreicht hat und die Dioden tanzen bunt auf, aber das war es auch schon. Wer will kann seinen Schlaf damit tracken oder sich (ebenfalls durch Vibration) an Termine erinnern lassen, aber sonstiger Schnickschnack findet bei diesem Fitnesstracker nicht statt. Die Synchronisation läuft ganz einfach über eine App, viele Sportarten werden von alleine erkannt oder können ganz einfach nachgetragen werden. Das Enscheidende beim Kauf für mich aber war: es ist wasserdicht! Und nach zwei Wochen stundenlangem Dauertragen in einem Hotelpool auf Mallorca kann ich sagen - stimmt! Selbst der massive Einsatz von Chlor hat der Funktion nicht geschadet, lediglich das (austauschbare) Armband hat etwas gelitten, aber das lässt sich kostengünstig ersetzen, wenn es einen stört.

Was mich allerdings irgendwann störte: zusätzlich zum Flex 2 musste ich immer ein Uhr tragen. Gerade, wenn man sich etwas schöner anzieht oder noch ein Armband tragen möchte, hatte man dann plötzlich drei Dinge am Handgelenk. Darum hab ich mir vor ein paar Wochen noch ein Alta Hr von Fitbit* gekauft. Durch leichtes Kippen des Handgelenkes erscheint dort die Uhrzeit und ist ansonsten zum Glück wieder sehr hübsch und schmal. Auch hier kann man seine Schritte oder sportlichen Aktivitäten tracken, zusätzlich misst es auch noch die Herzfrequenz, was ich aber persönlich nicht brauche. Einziger Nachteil: es ist nicht wasserdicht. Aber dafür hab ich ja dann wieder das andere Band.

Die Synchronisationen beider Geräte über einen Account in der App funktioniert vollkommen problemlos, da man das jeweils benutzte Band ganz einfach im Profil auswählen kann oder eben synchronisiert, wenn das andere Band nicht in der Nähe oder leer  ist. Wie es ist, wenn man am Tag die Bänder hin- und her wechselt, kann ich allerdings noch nicht berichten. Ich weiß meist, ob ich im Laufe des Tages in einen Pool springe oder nicht.

Beide Bänder haben dazu geführt, dass ich abends mit der Zahnbürste um den Esstisch laufe, wenn ich mein Schrittziel nicht erreicht habe. Dass ich weiß, dass meine ersten aktiven Minuten des Tages morgens sind, wenn ich meine drei Kinder antreibe, pünktlich in die Schule zu kommen. Dass ich  freiwillig eine Haltestelle früher aus dem Bus aussteige, um abends mehr Schritte gemacht zu haben. Dass es praktisch unmöglich ist, im Stadtverkehr 10 Minuten am Stück Fahrrad zu fahren. Dass es keine gute Idee ist, Wettkämpfe mit meinen großen Kindern zu machen, wenn sie abends noch zwei Stunden Fussballtraining haben (und locker über 30.000 Schritte dadurch erreichen). Dass am Wochenendende auf dem iPad Surfen im Bett als Schlaf gewertet wird. Dass man mit besserem Gewissen mit Keksen und Schokolade lesend auf dem Sofa liegt, wenn man sein Tagesziel bereits erreicht hat.

Und? 
Seid ihr auch schon im Fitnessbandfieber? Welche benutzt ihr denn gerne?

LG von Caro

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Mittwoch, 8. November 2017

Schon wieder Amy!

Schnitt: Pattydoo
Stoff: Limetrees

LG von Caro

Montag, 6. November 2017

Buchempfehlung: "Sieh mich an" von Mareike Krügel

In den Herbstferien gelesen und für sehr empfehlenswert empfunden: 


Was tut man, wenn man selbst plötzlich im Innersten erschüttert wird? Wenn man bei sich ein "Etwas" ertastet, von dem man meint zu glauben, dass es Krebs ist, weil schon die Mutter daran verstarb? Wie kann und soll man das seinen nächsten Familienmitgliedern und Freunden beibringen? Katharina, Mutter von zwei Kindern und Musikwissenschaftlerin, steht vor einer schwierigen Aufgabe, vielleicht sogar vor der schwersten ihres Lebens. Denn das Wochenende steht vor der Tür, nur sie allein weiß von diesem "Etwas", alle anderen, die unaufhörlich um sie herumschwirren sind ahnungslos, wo sich doch auch für sie alles ändern wird, wenn sich die Diagnose Montag bestätigt.

"Kurz danach wurde Mutter krank. Es gibt da sicher keinen Zusammenhang. Aber heute, hier und jetzt, frage ich mich doch, ob es sein kann, dass eine Mutter erst dann ein Etwas findet - dass sie sich erst dann überhaupt erlaubt, ein Etwas zu finden -, wenn sie spürt, dass sie sich aus dem Staub machen kann, ohne allzugroßen Schaden anzurichten."

Mareike Krügel schafft es, in diesem Roman die unterschiedlichsten Facetten des Lebens als Mutter abzubilden. Zum einen beschreibt sie Katharina als unglaublich warmherzig und bißchen durchgeknallt, dass man erstaunlich oft beim Lesen laut lachen muss, weil ihr ständig irgendwelche skurrilen Dinge passieren. Andererseits sind auch ganz viele Wahrheiten enthalten, wie man sich als Mutter und Hausfrau (denn so sieht sich Katharina trotz ihrer kleinen Stelle als Leiterin der Musikgruppe im Kindergarten) von der Gesellschaft wahrgenommen fühlt oder selbst sieht. 

 "Vielleicht kann ich Schlimmeres verhindern. Aber wie könnte ich das, ich bin viel zu weit weg und viel zu spät dran, wie alle Mütter dieser Welt, es reicht nicht, die Gefahr zu bemerken, wenn sie bereits da ist. Man muss sie antizipieren, und das kann man nur, wenn man die Aufmerksamkeit für keine Sekunde schleifen lässt, nicht, wenn man Musik hört oder auch nur irgendwie selber leben möchte."

Katharina sieht sich als unentbehrlich, als Spinne im Netz, die alle Fäden der anderen Familienmitglieder vereint und jede Erschütterung spürt. Und da soll sie jetzt plötzlich ausfallen durch einen Befund? Wie soll das gehen? 

"Ich habe manchmal den Gedanken, ich könnte nur frei sein, wenn meine Kinder nicht mehr da wären. Solange sie leben, werde ich gefesselt und an sie gekettet sein, von Sorgen geplagt, von Zweifeln zerfressen, und niemals in der Lage, eine einzige Entscheidung für mein eigenes Leben zu treffen, die ihre Gefühle nicht mit berücksichtigt."

Ich werde noch lange über dieses Buch nachdenken müssen.

LG von Caro

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Donnerstag, 2. November 2017

Ich näh mir einen Mantel (1. Versuch)

Schon vor den Herbstferien habe ich mir einen Mantel genäht:
Den Stoff hab ich schon vor ewigen Zeiten auf dem Stoffmarkt gekauft und eigentlich wollte ich daraus Sofakissen nähen oder etwas anderes, aber bestimmt keinen Mantel. Dabei ist er total hübsch: er glitzert nämlich durch Silberfäden vor sich hin, was man jetzt auf dem Bild nur erahnen kann (sorry!). Der Schnitt ist ganz schlicht ohne Knöpfe oder ähnliches, mit schmalen langen Armen und aufgesetzten Taschen und Belegen und aus einer alten Burda Easy und jetzt kommt der Haken: der fertige Mantel ist mir leider zu groß, manno! Darum gibt es auch an dieser Stelle keine Anzieh-Foto. Die gibt es erst, wenn ich ihn in Gr. 36 abgemalt und zugeschnitten und genäht habe, denn zum Glück habe ich noch einen zweiten Mantelstoff-Coupon vom Stoffmarkt in den Untiefen meines Stoffschrankes gefunden (ihr wisst schon Stoffverarmungsängste und so ...). 

LG von Caro

Montag, 30. Oktober 2017

Hallo Alltag ...

... naja fast.
Die Herbstferien im hohen Norden sind zwar vorbei und damit auch unser kurzer Abstecher nach Malta in den Sommer, aber so richtig starten können wir schultechnisch diese Woche noch nicht: Brückentag, Feiertag, LEGs in der Schule ... und Zack! schon wieder Freitag.
LG von Caro

Donnerstag, 12. Oktober 2017

12 von 12 - Oktober 2017

Guten Morgen!
Ich finde ja, das Tollste am Erwachsensein ist, dass  man sich die besten Geschenke selbst kaufen kann. Und weil ich auf meiner Baltikumsreise gemerkt habe, dass ich fast nur mit dem iPhone fotografiert habe bzw meine große Kamera nach drei Stunden Spaziergang durch Riga doch recht schwer war, hab ich mir eine neue kleine Kamera gegönnt. Ich bin gespannt!


Kein Geburtstag ohne die liebste Nachbarin!
Es gab Blumen

und etwas ganz Tolles: 

Wiederverwendbare Frischhaltewraps mit Bienenwachs beschichtet!
Sind die nicht toll? Und die riechen so gut!

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Buchempfehlung: "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky

Selten habe ich ein so wunderschönes Buch gelesen wie "Was man von hier aus sehen kann" von Marina Leky*:
Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll. Hätte ich den Klappentext gelesen, hätte ich es wahrscheinlich nicht gekauft ("Immer, wenn Selma von einem Okapi träumt, stirbt am nächsten Morgen einer im Dorf"), klang die Geschichte doch irgendwie zu seltsam und gewollt, um einen ganzen Roman zu füllen. 
Welch ein Trugschluß!

Das Buch ist in einem Stil geschrieben, den ich so noch nie gelesen habe. Ich hätte es am liebsten seitenweise abgeschrieben oder jemandem vorgelesen. Jede Beobachtung, jede Begebenheit und Metapher ist so wunderschön formuliert, dass man beim Lesen Gänsehaut bekommt. Weil man vieles so genau nachfühlen kann, sich vieles durch die gewählten Worte noch bildlicher im eigenen Kopf vorstellen kann. Und ist es nicht das, was das Lesen immer wieder so wundervoll macht? Dass man durch das Lesen eines Buches in eine Welt eintaucht, die einen durch den Stil des Autors vollkommen vereinnahmt?
Mariana Leky schafft es, einem jeden einzelnen Bewohner dieses Dorfes im Westerwald so nah zu bringen, dass man wünscht, man würde dort leben. Da sind Louise und ihr Freund Martin, ihre Eltern, der Optiker, Elsbeth, Frederik oder Marlies ... sie alle haben ihre wundervollen kleinen Eigenarten und Geschichten. Und als Leser kann man gar nicht anders, als mit ihnen zu lachen, zu lieben oder zu weinen. 

"Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge noch mal, als unbewegtes Nachbild, in dem das, was eigentlich hell war, dunkel ist, und das, was eigentlich dunkel war, hell erscheint. [...]
Wenn man die Augen schließt, weil gerade eine große Sorge abgefallen ist, man jemanden oder etwas wieder gefunden hat, einen Brief, eine Zuversicht, einen Ohrring, einen entlaufenden Hund, die Sprache oder ein Kind, das sich zu gut versteckt hatte. Immer wieder taucht plötzlich dieses Nachbild auf, dieses eine, ganz bestimmte, es taucht auf wie ein Bildschirmschoner des Lebens, und oft dann, wenn man überhaupt nicht damit rechnet."

Solltet ihr also noch auf der Suche nach einem absoluten Highlight sein was eure diesjährige Lektüre angeht, dann wählt dieses Buch. Ich wünschte, ich könnte es noch einmal lesen, ohne es zu kennen.

Absolute Leseempfehlung!

LG von Caro 

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Dienstag, 3. Oktober 2017

Wusstet ihr schon? Nähen ist toll!

In letzter Zeit hab ich ganz viel für mich genäht. Schuld daran ist Bianca von Limetrees, denn sie hatte bei Instragram neue Stoffe gezeigt, die ich leider sofort kaufen musste. 
Hallo? Reiher! Blumen! Auf Sweat! Großartig!

Zum "Eingewöhnen" hab ich erst einmal auf Bewährtes zurück gegriffen und (natürlich) eine Frau Aiko (von Schnittreif) genäht, mit langen Ärmel. Damit kann man nichts falsch machen.
Aber schon lange wollte ich ein Sweatshirt nähen und nicht immer nur welche mit Kapuze. Es sollte bißchen lockerer sitzen und am liebsten Bündchen an den Armen haben. Gesucht - gefunden in "Amy" mal wieder ein Schnitt von Pattydoo, den ihr kostenlos (!) bekommt, wenn ihr den Newsletter bestellt. 

"Amy" ist ein Raglanschnitt, locker in der Passform und hinten länger als vorne. Man kann ihn mit oder ohne Bündchen unten nähen, an den Armen sind die Bündchen bißchen länger, sehr gemütlich.

Zunächst habe ich ihn in Größe 38 genäht:
 Aber durch die legere Passform ist er mir doch etwas zu locker und ohne Bündchen unten eigentlich auch schöner. Darum hab ich ihn probeweise nochmal in Größe 36 genäht (mit Stoff vom Stoffmarkt, den ich eigentlich mal für meine großen Kinder gekauft hatte, inzwischen ziehen sie so etwas natürlich nicht mehr an ("Mama! Sterne? Ernsthaft?") und siehe da - er saß viel besser!
Darum gab´s ihn gleich nochmal hinterher aus ganz schlichtem hellgrauen Sweat, aber mit coolem Patch von der Hamburger Liebe (gibt´s fertig gestickt bei Kunterbunt Design).
Ich glaube, das ist mein neuer Lieblingsschnitt *gg*, denn man munkelt, ich hätte hier noch mehr taugliche Sweatstoffe liegen ...

LG von Caro

Samstag, 30. September 2017

Buchempfehlung: "Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch" von Andreas Steinhöfel

Ich weiß, der Herbst hat gerade erst angefangen, aber wir alle ahnen, dass die Adventszeit dann nicht mehr weit ist. Und was gibt es Schöneres, als eingekuschelt unter einer Wolldecke im Wohnzimmer mit all seinen Kindern um einen rum, etwas vorzulesen? Ok, das ist manchmal ganz schön chaotisch, weil jeder in der Nähe des Vorlesers sitzen will, das Sofa zu klein ist, man nicht gut sehen kann oder einer immer dazwischen quatscht. Außerdem ist es gar nicht so einfach, Bücher zu finden, die für Kinder verschiedener Altersgruppen noch etwas sind. Mit den Büchern von Andreas Steinhöfel aber liegt man immer richtig.
Und wisst ihr was? 
Es gibt endlich einen neuen Band von Rico und Oskar, diesen beiden wunderbaren Kinderfiguren, die man sofort ins Herz geschlossen hat: 

Diesmal wird in der Dieffe Weihnachten gefeiert und natürlich geht alles schief, denn ein Schneesturm bricht aus. Und ich weiß selber noch nicht, welche Katastrophen noch passieren, aber ich freue mich jetzt schon, mit meinen Kindern das neueste Abenteuer zu lesen und die ganzen Bewohner des Hauses wiederzusehen. Manmanman!

LG von Caro

PS: Die Verfilmungen der Bücher sind übrigens auch sehr empfehlenswert!
 
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Montag, 25. September 2017

Apfeliger Apfelkuchen mit Apfel

Letzte Woche war mir spätnachmittags bzw abends plötzlich danach, ein neues Apfelkuchenrezept auszuprobieren. Ich liebe Apfelkuchen, alle anderen Kuchen können sich schön danach in die Reihe stellen. Vielleicht darf der Pflaumenkuchen noch bißchen näher ranrücken, aber der Apfelkuchen ist und bleibt mein Lieblingskuchen. Natürlich backe ich ihn schon in vielen Varianten (zB als Blechkuchen oder die sehr beliebten Apfelsemmel), dieser Kuchen ist wieder ganz anders. Es ist nur ganz wenig Teig, den man eigentlich gar nicht wahrnimmt, dafür sehr, sehr saftig duch die Apfelspalten und irgendwie anders, eben ein 

Apfeliger Apfelkuchen mit Äpfeln

Für eine Springform braucht man:
5 säuerliche Äpfel
Zitronensaft
2 Eier
250 g Zucker
1 Beutel Vanillezucker
100 g flüssige Butter
100 g Mehl
1/2 Beutel Backpulver
100 ml Milch
Puderzucker

Die Äpfel werden geschält, geviertelt und dann in ganz dünne Scheiben geschnitten. Am besten in einer Schüssel gleich mit dem Zitronensaft vermischen, sonst werden sie braun.
Alle anderen Zutaten miteinander mit einem Rührbesen verrühren, bis ein fester und dickflüssiger Teig entsteht. Die Äpfel untermischen.
Das Ganz kommt jetzt in eine gefette, mit Mehl bepuderte Springform und bei 180 °C für 45 Minuten in den vorgeheizten Ofen. 
Rausnehmen und dick mit Puderzucker bestäuben und am besten noch lauwarm essen.
Viel Spaß beim Nachbacken!

LG von Caro